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Von Gospel bis Pop-Balladen

Himbeer-Musikanten gestalten in der Kirche ein besonderes Adventskonzert

2019-12-01 Advenstkonzert

Ein Adventskonzert der "etwas anderen Art" erlebten gut 250 Besucher in der Unzhurster Pfarrkirche Sankt Cyriak, wo die "Himbeer-Muaikanten" das altehrwürdige Gemäuer "rockten" und ihren Superstar "Jesus Christus" musikalisch in den Fokus rückten. Es war mit Blick auf die Literaturauswahl des Dirigenten, Alexander Weber, ein lebhaftes Konzert. Der seit 2017 in Unzhurst tätige Leiter führte zusammen mit der erst zehnjährigen Melanie Zuber und launischen Dialogen durch den Konzertabend.
Die Musikerinnen und Musiker trotzten den für die Holz- und Blechbläser recht widrigen Bedingungen. Sie hatten sich auf die kühlen Temperaturen in der Kirche, die nicht unerhebliche Stimmungsschwankungen der Instrumente verursachen können, hervorragend eingestellt. Bei den Stücken mit breiten Akkorden blieb die Intonation sauber, die Töne entfalteten insbesondere im hinteren Kirchenbereich ihr volles Volumen. Ohne Frage war der Einstieg ins Kirchenkonzert mit der Interpretation eines Medleys aus dem Musical "Jesus Christ Superstar" musikalischer Höhepunkt des Konzertprogramms in der Unzhurster Pfarrkirche. Ein aus dem tiefen Pianissimo kommender Trommelwirbel leitet die im würdevollen Maestoso gehaltenen Haupt- und Erkennungsmelodie ein. Das Umschalten dann von den langen Tönen zu kurzen, prägnanten Sechzehntel-Figuren wirkte gekonnt, die Umsetzung klappte spielend, bevor ein Tempo bremsendes Ritardando den Ohrwurm vorerst ausklingen ließ. Patrick Sauer agierte beim anschließend "I Don't Know How ToLove Him" als Solist auf der Trompete mit viel Feingefühl für die Intonation. Gerade weil die Melodie in einer für den Akteur angenehmen Tonlage notiert war, forderte die Literatur mit Blick auf das dynamische Zusammenspiel mit dem Orchester ein gutes Gehör und eine hohe Konzentration des Interpreten. Rhythmisch bewegter war der Titel "Everything Is All Right", bevor bei "I Only Want To Say" im tiefen Blech mit kurzen, in den Zählzeiten teils vorgezogenen Einsätzen ein Hauch Westernfeeling heraus zuhören war. Nachdem bei "Hossana" so machen Kenner des Musicals sicherlich die Szene mit dem auf den Schultern seiner Anhänger getragenen Titelhelden vor dem geistigen Augen flimmerte, endete das Medley mit der wuchtigen Hauptmelodie.
Bei einem Kirchenkonzert mit christlichen Elementen durften Titel aus dem Bereich Gospel nicht fehlen. Wer kennt sie nicht, die Szene aus dem Kinohit "Sister Act", mit Whoopi Goldberg als musikalischer Leiterin eines Nonnenchores, die diesen mit viel Power aus der musikalischen Lethargie führt? Den Song hierzu interpretierten die Himbeer-Musikanten mit dem gleichen Drivewie die zum Leben erweckten Powernonnen in dem Film. Ohne den im Original notierten träumerischem Beginn ging im bei diesem Stück richtig die Post ab. Fetzige Rhythmen, dazu ein noch mehr musikalischen Power verleihenden Tonartwechsel begeisterte die Zuhörer, die - hätte das Konzert nicht in der Dorfkirche stattgefunden - wohl noch mehr aus sich herausgegangen wären, als sie es ohnehin schon taten. Der andere, nicht minder bekannte Titel afroamerikanischer, christlicher Musik, war"O Happy Day" eine Komposition, die 1969 von den Edwin Singers in die internationalen Hitparaden geführt wurde. Chorale Tonfolgen, in denen das tiefe Blech ein festes Fundament für einen volumenreichen Klang beisteuerte, gab es bei "Jesus bleibet meine Freude" und dem lateinischen Vokalstück "Dona Nobis Pacem" mit seiner ruhigen und friedlichen Melodie. Bei der Pop-Ballade "You Raise Me Up", das meist als Tenorhorn- oder Saxofonsolo interpretiert wird, beließ Alexander Weber die Melodieführung beim Orchester. Eine weitere Facette beim Unzhurster Kirchenkonzert war die Dekoration. Das Team um Caroline und Frank Brunner, Silvia Reinfried, Aline Ams sowie Birgit und Klaus Metzinger hatten nicht nur den Bereich vor dem Altar weihnachtlich geschmückt, sondern auch den Mittelgang mit beleuchteten und blumengeschmückten Bögen aufwendig ausgestaltet. Beim wohl klang schönsten Titel des Abends, der Ballade "Hallelujah", agierte das Orchester dynamisch auf gutem Niveau, während das Ensemblespiel "Ich steh an deiner Krippe hier" unter Führung des Tenorhornisten thomas Seiler feinjustierte Klänge in die Dorfkirche zauberte. Ingbert Ruschmann

(Artikel nach: 03.12.2019 Acher- und Bühler Bote 120. Jahrgang Nr.280)

Im Anschluss an das Konzert nahmen die Musiker die Gelegenheit gerne wahr im Gasthaus "Zum Ochsen" in gemütlicher, etwas größere Runde wie beim Stammtisch nach der Musikprobe, den Abend ausklingen zu lassen.

 



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